Als die Jünger, vom Ehrgeize getrieben, wissen wollten, wer wohl der Größte im Himmelreich sein werde, stellte ihnen der göttliche Heiland ein Kind als Vorbild auf, das der nachahmen müsse, der als der Größte im Himmelreiche gelten wolle. Zuletzt aber sagte der Heiland die bedeutungsvollen Worte, die für unseren Gegenstand passen: „Ich sage euch, ihre Engel schauen immer das Angesicht meines Vaters, der im Himmel ist“ (Luk. 18,10). Weiterlesen

Ein idealer Jüngling ist ein solcher, der in seinem Streben nach Tugend und Wissenschaft sich nicht mit dem Gewöhnlichen, geschweige mit dem Mindesten begnügt, sondern nach dem Höchsten strebt. Der hl. Kalasanz war in seinen jungen Jahren ein solcher idealer Student. „In allem das Vollkommenste!“ Den höchsten Grad der Liebe zu Gott und zur seligsten Jungfrau, die tiefste Demut, den pünktlichsten Gehorsam, die makelloseste Reinheit wollte er besitzen! Die heldenmütigste Opferwilligkeit, das unerschütterlichste Pflichtgefühl strebte er an. Die größte Geduld, die innigste Eintracht und Verträglichkeit, den edelsten Frohsinn wollte er sein eigen nennen. Damit wetteiferte sein Fleiß im Studium, um das möglichst hohe Maß von Wissen sich zu erwerben. Josef Kalasanz wollte ein heiligmäßiger Priester werden – oder gar keiner. Weiterlesen

„Den fröhlichen Geber liebt Gott.“ (2 Kor 9,7) Nichts ist ehrenvoller für Gott, als wenn seine Kinder durch ihr ganzes Betragen an den Tag legen, dass sie sich im Dienste Gottes glücklich fühlen. Wer dagegen ein abstoßendes Wesen zeigt und sich dem Trübsinne hingibt, veranlaßt seine Umgebung zum Urteile, dass er sich im Dienste Gottes unglücklich fühle. Muss dies Gott nicht beleidigen? Zudem wird das Tugendleben bei Trübsinn dem Menschen sehr erschwert, ja leicht verhasst, während der heitere Sinn, die Fröhlichkeit im Herrn alle Beschwerden und Mühen, ohne welche es ein Leben auf Erden nicht gibt, leichter ertragen und überwinden hilft. Welche sich also ernstlich befleißen, die Fröhlichkeit im Herrn zu bewahren und zu pflegen, werden es auf dem Wege der Tugend viel weiter bringen als die Schwermütigen, denen selbst die kleinste Selbstüberwindung zu schwer fällt. Ein finsteres, mürrisches Wesen stoßt auch den Nächsten ab und stört sehr die brüderliche Liebe. Weiterlesen